Häufig gestellte Fragen

Wenn Sie eine Antwort auf eine der nachfolgenden Fragen suchen, klicken sie die jeweilige Frage an. Falls Sie eine Frage haben, die hier nicht aufgeführt ist, schicken Sie uns eine E-Mail. Verwenden Sie dazu unser Online-Formular.

Was ist die Dekade zur Überwindung von Gewalt (DOV)?

Die Dekade zur Überwindung von Gewalt: Kirchen für Frieden und Versöhnung 2001 - 2010 (DOV) ist eine weltweite Bewegung, die vom Ökumenischen Rat der Kirchen parallel zur Internationalen Dekade der Vereinten Nationen für eine Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit zu Gunsten der Kinder der Welt in Gang gesetzt worden ist. Sie versucht, bereits bestehende Friedensnetzwerke zu stärken und zur Entstehung neuer Netzwerke anzuregen. Lesen Sie mehr dazu...

Was ist der DOV-Jahresfokus?

Mit dem jährlichen Schwerpunkt soll eine spezifische Region für ein Jahr in den Vordergrund gerückt werden. Dazu wird von den Kirchen der betreffenden Region ein relevantes Thema ausgewählt, mit dessen Hilfe die Arbeit zur Dekade vorangebracht wird und spezifische Erfahrungen und Lektionen aus dieser Region ausgetauscht werden können.

Ziel des jährlichen Dekadenfokus ist es, die Kirchen auf regionaler und lokaler Ebene in ihrem Engagement für Frieden und Gerechtigkeit zu ermutigen, internationale und regionale Situationen und Herausforderungen zu verstehen und dabei über Klischees hinauszugehen und die in der Region geleistete Friedens- und Versöhnungsarbeit vorzustellen. In der Vergangenheit gab es folgende Jahresschwerpunkte: Israel/Palästina (2002), Sudan (2003), USA (2004), Asien (2005), Lateinamerika (2006) und Europa (2007). Im Mittelpunkt der künftigen Jahresschwerpunkte werden die Pazifischen Inseln (2008), die Karibik (2009) und Afrika (2010) stehen. Read more...

Wer kann sich beteiligen?

Kirchen, Einzelpersonen, die Friedensarbeit leisten wollen, NROs und zivilgesellschaftliche Gruppen, Fachleute, Aktivisten/innen, Friedensinstitute, Bildungsstätten (Seminare und andere akademische Einrichtungen), Künstler/innen, interreligiöse Gruppen usw. Alle, die sich in irgendeiner Weise für die Überwindung von Gewalt einsetzen, sind willkommen, ihren Beitrag zum Dekadenprozess zu leisten. Lesen Sie mehr dazu...

"Gewalt überwinden" - ein unrealistisches Vorhaben?

Gewalt ist Teil der menschlichen Lebenswirklichkeit. Genau wie Krankheiten. Es gibt aber zumindest zwei Gründe, die für ein Engagement zur Überwindung von Gewalt sprechen:

  • Gewaltprävention ist weltweit zu einer Priorität in der öffentlichen Gesundheitspolitik geworden, deren Motto lautet: Gewalt kann verhütet, aber nicht vermieden werden. Es handelt sich dabei um ein Problem, das praktische Maßnahmen erfordert, und letztlich um eine Frage des Überlebens.
  • Für Christen nicht weniger wichtig ist ihr Glaube, dass es eine Alternative zur Gewalt gibt. Jesu Gewaltlosigkeit schenkt den Menschen nicht nur Erlösung und Hoffnung, sondern sie gibt ihnen auch den Weg für ihr eigenes Leben vor.

Christen und Kirchen können Gewalt nicht alleine überwinden. Sie müssen mit der Zivilgesellschaft zusammenarbeiten, um Gewalt effektiv vorzubeugen und sie zu überwinden. 

Wie lautet die Definition von "Gewalt"?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Gewalt folgendermaßen: "Gewalt gegen sich selbst, gegen eine andere Person oder gegen eine Gruppe oder Gemeinschaft, die entweder zu Verletzung, Tod, seelischem Schaden, Fehlentwicklung oder Deprivation führt oder dies mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Folge hat." (WHO-Weltbericht zu Gewalt und Gesundheit)

Warum ist Gewalt ein so wichtiges Thema für den Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK)?

Weil Frieden ein wichtiges Anliegen ist. Wo Gewalt herrscht, gibt es keinen Frieden. Gewalt steht jeden Tag in den Schlagzeilen. Gewalt findet direkt vor unserer Haustür statt - und allzu oft auch in unseren Häusern und in unseren Kirchen. Gewalt hat es immer gegeben, aber am Ende des 20. Jahrhunderts sind mehrere Entwicklungen eingetreten: 

  • Das Recht auf Gewaltanwendung ist heute nicht mehr eindeutig dem Staat, seinen Instrumenten oder solchen Personen vorbehalten, die anderen übergeordnet sind.
  • Krieg als Institution der Konfliktlösung zwischen Nationalstaaten gibt es heute nicht mehr. Immer häufiger werden Kriege geführt und breiten sich aus, doch nach geltendem Völkerrecht sind sie rechtswidrig.
  • In der Vergangenheit konzentrierte sich der ökumenische Diskurs über Gewalt im Allgemeinen auf das Thema Krieg und Frieden. Heute weiß man, dass die Mehrzahl der Todesfälle infolge physischer Gewalteinwirkung auf individuelle oder zwischenmenschliche Gewalt zurückzuführen sind.
  • Gewalt ist ein weit verbreitetes Unterhaltungsmittel und stellt einen enorm wichtigen Wirtschaftsfaktor dar, sowohl in Form von Waffenhandel als auch als Unterhaltungsindustrie.
  • Wenn die Menschheit es nicht lernt, Gewalt vorzubeugen und gewaltfreie Lösungsansätze zu benutzen, wird sie sich selbst zerstören.

Was ist der Internationale Gebetstag für den Frieden?

Der Internationale Gebetstag für den Frieden - am 21. September - gibt Gemeinden in aller Welt jedes Jahr Gelegenheit, gemeinsam dafür zu beten und einzutreten, dass in den Herzen der Menschen, ihrer Familien, Gemeinschaften und Gesellschaften dauerhafter Friede wachsen kann. Die Idee für einen solchen Gebetstag entstand 2004 während einer Begegnung zwischen dem Generalsekretär des ÖRK, Pfr. Dr. Samuel Kobia, und dem Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan, auf. Der Gebetstag findet gleichzeitig mit dem Internationalen Friedenstag der Vereinten Nationen statt.   Lesen Sie mehr dazu...

Was ist die Internationale ökumenische Friedenskonvokation (IöF)?

Die 9. Vollversammlung des ÖRK tagte im Februar 2006 in Porto Alegre und fasste den Beschluss, dass eine Internationale ökumenische Friedenskonvokation (IöF) den Abschluss der Dekade zur Überwindung von Gewalt 2001-2010 (DOV) bilden solle. Sie rief zudem zu einem "breiten Konsultationsprozess mit dem Ziel der Ausarbeitung einer ökumenischen Erklärung zu ‚gerechtem Frieden'" auf. Dieser Konsultationsprozess im Vorfeld der IöF ermöglicht eine breit gestreute Beteiligung mit vielen Teilnahmemöglichkeiten und deckt ein breites Spektrum an thematischen und methodischen Ansätzen ab. Die IöF soll vom 4.-11. Mai 2011 stattfinden. Lesen Sie mehr dazu...

Was sind die Hauptthemen der IöFK?

Vier Themenbereiche stehen im Mittelpunkt der IöFK:

  • Friede in der Gemeinschaft
  • Friede mit der Erde
  • Friede in der Wirtschaft
  • Friede zwischen den Völkern

Lesen Sie mehr...

Was ist die Ökumenische Erklärung zum gerechten Frieden?

2008 wird ein Redaktionsteam von acht Frauen und Männern aus allen Teilen der Welt einen ersten Entwurf ausarbeiten, der anschließend den Mitgliedskirchen des ÖRK zugesandt wird. Deren Stellungnahmen und Beiträge werden dann in eine zweite Fassung eingearbeitet, die der Friedenskonvokation als ARBEITSDOKUMENT zur Diskussion und Beschlussfassung vorgelegt werden soll. Lesen Sie mehr dazu...

Wie können Kirchen sich an der Ausarbeitung der Ökumenischen Erklärung zum gerechten Frieden beteiligen?

Gemeindegruppen, Studierende, Friedensaktivisten und Organisationen mit ähnlichen Zielsetzungen haben bereits angefangen, ihre eigenen Friedenserklärungen zu schreiben. Diese Texte können Gebete, Lieder, Gedichte einschließen. Sie werden alle auf den IöF-Seiten der DOV-Website veröffentlicht werden. Das Redaktionsteam wird diese Beiträge in seiner Arbeit berücksichtigen. Auch die Arbeitsgruppe, die gottesdienstliche Materialien für die Zeit bis zur Konvokation und für die Konvokation selbst ausarbeitet, wird darauf zurückgreifen. Lesen Sie mehr dazu...

Was sind die "Lebendigen Briefe"?

"Ist doch offenbar geworden, dass ihr ein Brief Christi seid, durch unsern Dienst zubereitet, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf steinerne Tafeln, sondern auf fleischerne Tafeln, nämlich eure Herzen." (2. Kor 3,3)

Die "Lebendigen Briefe" sind kleine ökumenische Teams, die ein Land besuchen, um zuzuhören, von anderen zu lernen, sich über Ansätze und Herausforderungen in der Friedensarbeit und bei der Überwindung von Gewalt auszutauschen und gemeinsam für Frieden in den besuchten Gemeinschaften und in der Welt zu beten.  Die Teams bestehen aus 4-6 Frauen und Männern aus verschiedenen Weltteilen und Konfessionen, die Zeugen von Gewalt in ihren verschiedenen Ausdrucksformen geworden sind und die sich für die Verwirklichung eines gerechten Friedens einsetzen. Ziel dieser Besuche ist es, Solidarität und Unterstützung für die besuchten Gemeinschaften zum Ausdruck zu bringen und hervorzuheben, was diese tagtäglich an der Basis zur Überwindung von Gewalt leisten. Ein solcher Besuch ist erfolgreich, wenn sowohl die Besuchenden als auch die Besuchten das Gefühl haben, dass diese Begegnung sie innerlich bereichert und gestärkt hat. Lesen Sie mehr dazu...

 </p>

Hat die DOV tatsächlich etwas verändert?

Ob und inwieweit die Dekade zur Überwindung von Gewalt vor Ort tatsächlich gewaltmindernde Wirkung zeigt, können wir kaum ermessen, da die DOV selbst keine Gewaltpräventionsprogramme durchführt. Wir können jedoch bestätigen, dass die Kirchen jetzt informierter sind und sich in ihrem jeweiligen Kontext stärker für die Überwindung von Gewalt einsetzen. Es wird allgemein anerkannt, dass Gewaltprävention mit Bewusstseinsbildung beginnt. Die Kirchen müssen noch sehr viel mehr über Gewalt und besonders über Gewaltlosigkeit lernen. Die DOV allein kann das nicht leisten, aber sie wird die Kirchen hoffentlich so effektiv mobilisieren und einbinden, dass die Anstrengungen zur Überwindung von Gewalt über die Dekade hinaus andauern.

Wo hat das DOV-Koordinierungsbüro seinen Sitz?

Das DOV-Koordinierungsbüro hat seinen Sitz im Ökumenischen Zentrum in Genf (Schweiz). Für weitere Informationen klicken Sie bitte "Besuch im Ökumenischen Zentrum und bei der DOV" an.

Was stellt das DOV-Logo dar?

Die Hände, die über der zerbrochenen Erde in Form eines Herzens gefaltet sind, bringen die Notwendigkeit wie auch die Hoffnung auf Überwindung von Gewalt zum Ausdruck. Die gelbe Erde steht für Hoffnung inmitten von Chaos, während die zackige Form des grünen Hintergrunds die Gefahr signalisiert, in der die Erde sich befindet. Der Schriftzug um die Erde herum verweist auf die Dynamik dieser globalen Initiative.  Laden Sie das Logo herunter.