Solidaritätsbesuch lebendiger Briefe in Australien


12.-17. September 2010

 

Eine vom Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) entsandte internationale ökumenische Delegation wird vom 12.-17. September 2010 Ureinwohner in Australien besuchen.

Aboriginal children
Tanzende Aborigine-Kinder.
Foto: Rusty Stewart/Flickr

Der Besuch erfolgt auf Einladung des Australischen Rates der Kirchen (NCCA). Er soll die Menschenrechtssituation der australischen Ureinwohner beleuchten und Solidarität mit ihnen bekunden zu einem Zeitpunkt, da sie den Eindruck haben, dass ihre Stimme nicht gehört wird.

Mitglieder von Ureinwohnergemeinschaften im Northern Territory sind bereit, die Delegation der Lebendigen Briefe zu begrüßen, wie sie auch das ÖRK-Team begrüßt hatten, das ihnen 1981 einen Besuch abstattete. Damals hörte die Delegation den dortigen Aborigines und den Bewohnern der Torres-Strait-Inseln zu, die ihnen von ihrer Armut berichteten und die Ohnmacht und Benachteiligung schilderten, die sie Zusammenhang mit Fragen der Land- und Schürfrechte sowie im Hinblick auf das Rechtssystem, Wohnungslage, Bildung, Gesundheit und Arbeitslosigkeit empfanden. Die Konsultation des ÖRK 1990 in Darwin, Australien, zum Thema „Land ist unser Leben“ wie auch die öffentliche Erklärung der darauf folgenden Vollversammlung in Canberra 1991 zu „Urvölkern und Landrechten: Über bloße Worte hinausgehen“ sind wichtige Meilensteine auf der ökumenischen Reise indigener Völker  (http://www.oikoumene.org/?id=2642).

Der diesjährige Besuch wird sich auf Anliegen konzentrieren, die die Aborigines und die Ureinwohner der Torres-Strait-Inseln in Bezug auf die „Northern Territory Emergency Response“ von 2007 – in Australien auch als „Intervention“ bekannt – vorzubringen haben. Den von der Regierung eingeführten Maßnahmen war keine Rücksprache mit den betroffenen Ureinwohnergemeinschaften vorausgegangen. Der Katalog sieht folgende Maßnahmen vor: obligatorische Einkommenskontrolle, obligatorischer Abschluss von 5-Jahres-Pachtverträgen für indigenen Grund und Boden, obligatorische alkoholfreie Zonen sowie Korrekturmaßnahmen für Wohnungs-, Bildungs- und Gesundheitsdefizite. Um die Intervention durchführen zu können, hob die australische Regierung das Gesetz über Rassendiskriminierung (RDA) auf.

Der NCCA und die Ökumenische Kommission der Aborigines und der Bewohner der Torres-Strait-Inseln (NATSIEC)  haben wiederholt ihre Besorgnis geäußert und sind bei der Regierung im Zusammenhang mit der Intervention vorstellig geworden. Insbesondere haben sie die Vorgehensweise kritisiert. Die Situation ist jedoch nach wie vor bedenklich.

Bericht zum Besuch der "Lebendigen Briefe"

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