Das Friedensreich

Frieden mit der Erde

Eine Bibelstudie zu Jesaja 11,6-9

Frieden mit der Erde

Das Tagesthema soll ans Licht bringen, wie gegen die Erde Gewalt angewendet wird, wie die Schöpfung von der Menschheit bis aufs Blut ausgebeutet und zerstört wird. Die heutige vorherrschende Zivilisation tut der gesamten Schöpfung Gewalt an, was sich im Klimawandel und in Wasserkrisen deutlich äußert. Die Bibel lehrt uns, dass Veränderung, „metanoia“, möglich ist: Veränderung von Vorbildern, Denkweisen, Lebensstilen und Instrumenten der internationalen Gesetzgebung. Diese Veränderungen können zum „Friedensreich“ führen – einer traditionellen Beschreibung von Jesaja 11,6-9.

Bei den heutigen Herausforderungen wird von den Kirchen erwartet, dass sie aktiv dazu beitragen, die Bedeutung des biologischen Ackerbaus, der Anstrengungen zur Abschwächung des Klimawandels und des gemeinsamen Eintretens für faire, ehrgeizige und bindende internationale Abkommen hervorzustreichen.

Eingeladene Sprecher?

Bei den drei Sprechern zu diesem Thema, die dazu eingeladen werden sollen, an einer Studiengruppe teilzunehmen, sollte es sich möglichst handeln um:

jemanden aus der Region des Pazifik, der darüber spricht, wie ganze Volksgruppen umgesiedelt werden müssen, weil der Meeresspiegel steigt;

jemanden aus Lateinamerika, der indigene Perspektiven zu der Frage, wie wir uns der Erde gegenüber verhalten sollten, in die Diskussion einbringt;

jemanden aus einer Öko-Gemeinde oder grünen Kirche, der darüber spricht, wie ökologische Bedenken auf Gemeindeebene angesprochen werden können.

Wie wir Jesaja 11,6-9 interpretieren, hängt stark davon ab, was wir mit Gottes Gaben und Berufungen in unserem Leben anfangen. Entweder wir denken, dass das Evangelium keine Wirkung hat, und begründen unsere Auffassung mit einer futuristischen Interpretation, oder wir beharren darauf, Gott anzuflehen, in unser Leben einzugreifen und unseren Glauben zu stärken, damit es uns gelingt, unseren Mitmenschen zu helfen. Die Verse, die eine umgewandelte Schöpfung darstellen, scheinen sich entweder vor dem Hintergrund des neuen Millenniums oder eines neuen Himmels und einer neuen Erde abzuspielen. Da wir keine veränderte Schöpfung sehen, in der Wölfe mit Lämmern, Panther mit Böcken oder Kälber mit einem jungen Löwen lagern, ist es zu einfach für uns, diese Textstelle in einer Mappe mit der Aufschrift „Zukunft“ abzuheften. Wenn wir dieser Versuchung erliegen, werden wir durch Gottes Wort nicht berührt.

 

Wiederhergestellte Harmonie – Das Friedensreich

“Verschiedene Tierarten liegen friedlich nebeneinander:

Kann Erziehung stärker sein als natürliche Instinkte?

Kann der Heilige Geist stärker sein als die genetische Veranlagung?

Wie sollen wir ‘zivilisiert’ sein?”

Einige haben diese Textstelle metaphorisch ausgelegt und als Beschreibung des Wirkens der Heiligen Geistes in der Kirche gesehen, das mit der Ankunft Christi seinen Anfang nahm.

Wenn man es so sieht, dann beziehen sich die Verse auf die Ära des Neuen Testaments und darüber hinaus: Wir sehen die Ergebnisse des Wirkens des Heiligen Geistes im Neuen Testament, sind uns jedoch im Klaren darüber, dass dieses Wirken erst in der Zukunft vollendet werden wird. Wir erkennen dies in zwei Bereichen:

1) die wunderbare Veränderung der Christus umgebenden Personen durch sein Wirken im Heiligen Geist:

Wir sehen zuerst, dass Jesus einfach alles, was ihn umgab, verändert hat. Gottes Heiliger Geist wurde durch sein Leben in das Leben anderer übertragen. Je mehr sich die Jünger diesem Heiligen Geist geöffnet haben, desto mehr hat die Wirkung der Herrschaft Jesu Christi ihr Leben verändert. Wir sehen eine Umkehrung des Fluches, der im Garten Eden über den Menschen ausgesprochen wurde, als Adam und Eva vor Gott flohen. Jetzt ist Gottes Leben in Christus wiederhergestellt. Es fällt uns auf, dass Jesus, als er in der Wüste den Versuchungen ausgesetzt war, von keinem wilden Tier behelligt wurde:

 (…) und er war in der Wüste vierzig Tage und wurde versucht von dem Satan und war bei den wilden Tieren, und die Engel dienten ihm. (Markus 1,13).

2) das Himmelreich, wo Gottes Anwesenheit in der Kirche und durch die Kirche gesehen wird:

Obgleich manche die Datierung des Ausdrucks „Himmelreich“ in der Zeit des historischen Jesus in Zweifel ziehen, gibt es eine ganze Reihe deutlicher Bibelstellen, die das widerlegen. Der Ausdruck wird im Neuen Testament mehr als 150-mal benutzt.

Wie stellen Sie sich das "Friedensreich“ hier auf der Erde vor?

 

Bibelstudie von Anastasia Dragan