Aufruf für Beiträge zur ökumenischen Erklärung zum gerechten Frieden

An:
ÖRK-Mitgliedskirchen
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Regionale ökumenische Organisationen
Kirchliche Dienste und Werke
Internationale ökumenische Organisationen

 

Genf, November 2008

Betr.: Erster Entwurf einer ökumenischen Erklärung zum gerechten Frieden

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

ich freue mich, Ihnen hiermit den „Ersten Entwurf einer ökumenischen Erklärung zum gerechten Frieden“ übersenden zu können. Mit diesem Titel will die Redaktionsgruppe auf drei wichtige Punkte hinweisen.

1. Mit dem Entwurf wird Ihnen ein konzeptueller Rahmen vorgeschlagen, der den Reflexionsprozess über Bedeutung und Praxis gerechten Friedens in unserer von Gewalt geprägten Welt in den Mitgliedskirchen – und darüber hinaus –erleichtern soll. Die Gruppe hofft, dass Sie diese ersten Überlegungen inspirieren und dazu anregen werden, uns Stellungnahmen und Vorschläge zu senden. Deshalb sind am Schluss der drei Hauptkapitel jeweils einige Fragen formuliert.

2. Ihr Beitrag wird für den zweiten Schritt zur Ausarbeitung einer tatsächlich „Ökumenischen Erklärung zum gerechten Frieden“ von zentraler Bedeutung sein. Bitte sehen Sie das ganze Jahr 2009 für die Ausarbeitung Ihres Beitrags vor, den Sie bitte anschließend an die Koordinatorin der Internationalen ökumenischen Friedenskonvokation (IöF), Frau Nan Braunschweiger, senden. Sie finden ihre Anschrift am Schluss des Entwurfs. Auf der Grundlage Ihrer Stellungnahmen wird eine zweite Redaktionsgruppe eine neue Fassung der Ökumenischen Erklärung zum gerechten Frieden ausarbeiten, die dann auf der Internationalen ökumenischen Friedenskonvokation vorgelegt wird, die vom 17.-25. Mai 2011 in Kingston, Jamaika, stattfinden wird.

3. Bei der Arbeit an einer ökumenischen Erklärung zum gerechten Frieden geht es uns nicht primär um akademische Konzepte und theologische Theorien. Vielmehr wollen wir uns an praktischen Schritten und beispielhaften Praktiken orientieren, die in unseren Mitgliedskirchen entwickelt werden. Es wird sehr viel sinnvolle Friedensarbeit geleistet, von der die breitere ökumenische Familie und die Öffentlichkeit allgemein nichts wissen. Bitte schreiben Sie solche Geschichten für uns auf, geben Sie uns die Namen von engagierten Gruppen und tragen Sie zur Schaffung von Friedensnetzwerden bei, damit sich das Leben auf unserer Erde so voll wie nur möglich entfalten kann.

Ich rufe alle ÖRK-Mitgliedskirchen, deren Ökumenereferenten und –referentinnen, theologische Seminare und Hochschulen, Aktionsgruppen und ökumenische Initiativen auf allen Ebenen kirchlichen Lebens auf, sich diesem Projekt anzuschließen. Lasst uns dieses Vorhaben zu einem Beispiel für Nachfolge und Gehorsam gegen über Gott machen, der seinen Sohn als Friedefürst mitten unter uns gesandt hat.

Mit brüderlichen Grüßen

Ihr

Samuel Kobia

Generalsekretär
Ökumenischer Rat der Kirchen