Pakistan: Ökumenische Delegation soll Kirchen in Konfliktsituationen unterstützen

Eine gebürtige Usbekin aus Afghanistan am Fenster des Hauses ihrer Familie im Flüchtlingslager Shamshatoo in der Nähe von Pshawar, Pakistan. Foto: Paul Jeffrey / ACT
Religionsfreiheit und interreligiöser Dialog stehen auf der Tagesordnung einer internationalen ökumenischen Delegation, die Pakistan vom 24. November bis 1. Dezember besuchen wird. Die Gruppe wird mit Vertretern/innen von Kirchen und der muslimischen Gemeinschaft sowie mit Regierungsbeamten darüber diskutieren, wie Kirchen zum Abbau politischer und religiöser Spannungen beitragen können.
Die vom Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) entsandte internationale ökumenische Delegation wird sich über die Arbeit der Kirchen im Bereich der interreligiösen Beziehungen informieren, darüber, wie Christen mit Spannungen und Konfliktsituationen umgehen, und über Beiträge zivilgesellschaftlicher Organisationen. Nach der Rückkehr in ihre Heimatländer werden die Delegierten in ihren Kirchen über diese Erfahrungen berichten.
Nach fast einem Jahrzehnt Militärdiktatur ist die Islamische Republik Pakistan im Februar dieses Jahres zu einer demokratisch gewählten Zivilregierung zurückgekehrt. Die Kämpfe in den Stammesregionen entlang der pakistanisch-afghanischen Grenze mit über die Grenze reichenden Angriffen von in Afghanistan stationierten US-Truppen haben in jüngster Zeit zugenommen und zu Spannungen zwischen Pakistan und der US-Regierung geführt. Militante Gruppen haben von Zeit zu Zeit am Ort lebende Christen entführt und umgebracht in der Annahme, es handele sich um US-Handlanger oder US-Sympathisanten. Zielscheibe waren in anderen Teilen des Landes auch Ausländer.
Im Februar 2008 würdigte der ÖRK-Zentralausschuss die interreligiösen Bemühungen der Kirche von Pakistan, "zu gewaltlosen Reaktionen auf terroristische Anschläge anzuregen, indem sie eine Kultur des Friedens und der interreligiösen Harmonie im Land fördert". Der Ausschuss hielt ferner fest, dass die Kirchen und Glaubensgemeinschaften in Pakistan "die Gewalt, den Terrorismus und alle anderen Akte (...), die gegen die Menschenwürde verstoßen," verurteilen.
Der Besuch der internationalen ökumenischen Delegation, deren Gastgeber die Kirche von Pakistan und der Nationale Kirchenrat von Pakistan sind, ist Teil der ÖRK-Initiative "Lebendige Briefe". Jedes Jahr finden in Vorbereitung auf die Internationale ökumenische Friedenskonvokation 2011 im Rahmen der ÖRK-Dekade zur Überwindung von Gewalt mehrere Besuche "Lebendiger Briefe" in aller Welt statt.
Mitglieder der ökumenischen Delegation:
- Prof. Charles Amjad-Ali, Kirche von Pakistan, Pakistan/USA
- Diakon Michael Barseghyan, Armenische Apostolische Kirche (Stuhl von Etschmiadsin)
- Monisha Smith, Presbyterianische Kirche [USA]
- Pfr. Dr. Aart Verburg, Evangelische Kirche in den Niederlanden
ÖRK-Mitarbeitende:
- Pfr. Dr. Shanta Premawardhana, Direktor des ÖRK-Programms Interreligiöser Dialog und Zusammenarbeit
- Henrik Hansson, Praktikant, ÖRK-Kommunikationsabteilung
Blog der Lebendigen Briefe in Pakistan (auf Englisch)
ÖRK-Mitgliedskirchen in Pakistan (auf Englisch)



