Internationale ökumenische Delegation besucht Haiti

Das ökumenische Team wird sich durch Besuche in den von den Hurrikans betroffenen Gebieten und in Gesprächen mit Vertretern und Vertreterinnen von Organisationen, die gegen Gewalt und Konflikt im Land ankämpfen, aus erster Hand informieren. Foto: Paul Jeffrey/ACT International
Eine internationale ökumenische Delegation von kirchlichen Vertretern und Vertreterinnen wird Kirchen, ökumenischen Organisationen und zivilgesellschaftlichen Bewegungen auf Haiti vom 24.-28. November einen Solidaritätsbesuch abstatten. Das Team wird die Hauptstadt Port-au-Prince besuchen und in Gebiete reisen, die von den jüngsten Hurrikans heimgesucht wurden.
Der Besuch soll die Solidarität mit der Bevölkerung von Haiti zum Ausdruck bringen und den Kirchen im Land Gelegenheit geben, ihre Anliegen zu Gehör zu bringen. Durch Besuche in christlichen Gemeinden auf Haiti sowie in Gesprächen mit zivilgesellschaftlichen Organisationen, humanitären Einrichtungen und politischen Verantwortlichen wird sich die internationale ökumenische Delegation über deren Anliegen und Hoffnungen informieren.
2008 kann selbst für Haiti, das in seiner bewegten Geschichte nur wenige gute Jahre gekannt hat, als annus horibilis' bezeichnet werden. Haiti kämpft gegen endemische Korruption und wird als eines der gewaltsamsten Länder der Welt eingestuft. Die politische Stabilität im Land hat sich seit dem Volksaufstand gegen die steigenden Nahrungsmittelpreise im vergangenen April noch weiter verschlechtert. Danach verursachten die Hurrikans Fay, Gustav, Hanna und vor kurzem Ike in vielen Landesteilen Überschwemmungen großen Ausmaßes, die eine Million Haitianer obdachlos machten, über 500 Tote hinterließen und die Landwirtschaft Haitis weiter schwächten.
Das ökumenische Team wird sich durch Besuche in den von den Hurrikans betroffenen Gebieten und in Gesprächen mit Vertretern und Vertreterinnen von Organisationen, die gegen Gewalt und Konflikt im Land ankämpfen, aus erster Hand informieren. Die Gruppe wird auch Initiativen kennenlernen, die sich auf Gewalt gegen die schwächsten Bevölkerungsteile wie Straßenkinder und Frauen konzentrieren.
Der Besuch wird vom Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) organisiert. Gastgeber sind der Evangelische Bund von Haiti in Zusammenarbeit mit ökumenischen und kirchlichen Hilfswerken mit Sitz in Haiti.
Mitglieder der ökumenischen Delegation:
- Geneviève Jacques, frühere ÖRK- Programmdirektorin und ehemalige Generalsekretärin der CIMADE, Frankreich (Delegationsleiterin).
- Els Hortensius, Programmreferentin, Abteilung für Demokratisierung and Friedensarbeit, ICCO, Niederlande.
- Marie Claude Julsaint, Geschäftsführerin für Lateinamerika und die Karibik des Weltbundes der CVJF, Haiti/Schweiz
- Elsy Wakil, Regionalreferentin des Christlichen Studentenweltbundes für den Nahen Osten, Libanon.
- Michael Burke, Leiter der Abteilung Ministry and Employment Policies and Services der Vereinigten Kirche von Kanada, Kanada.
- Manuel Quintero, Direktor von Frontier Internship in Mission, Kuba.
Der Solidaritätsbesuch der internationalen ökumenischen Delegation ist Teil der ÖRK-Initiative "Lebendige Briefe". Jedes Jahr finden in Vorbereitung auf die Internationale ökumenische Friedenskonvokation 2011 im Rahmen der ÖRK-Dekade zur Überwindung von Gewalt mehrere Besuche "Lebendiger Briefe" in aller Welt statt.



