04.12.08 15:12 Alter: 3 yrs

Internationale ökumenische Delegation besucht Kolumbien

 

Dieses Mädchen verlor ihr Zuhause infolge von Kämpfen zwischen der FARC-Guerilla und Paramilitärs 2002. Foto: Tommy Ramm, DEA/ACT International

Vom 6. bis 12. Dezember wird eine Gruppe von Kirchenvertreter/innen aus der ganzen Welt zu einem Solidaritätsbesuch nach Kolumbien fahren und sich dort mit Kirchen, ökumenischen Organisationen und zivilgesellschaftlichen Bewegungen treffen.

 

Kolumbien gehört weltweit zu den Ländern, die am meisten Gewalt erleben. Seit den 1960er Jahren kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen der Armee, zwei linken Rebellengruppen und rechten Paramilitärs. Drogen und damit zusammenhängende Verbrechen verschärfen die Situation, die von den Vereinten Nationen als eine der schwersten humanitären Katastrophen bezeichnet wird.

 

In dem schon jahrzehntelang andauernden Konflikt sind bereits zehntausende Menschen ums Leben gekommen und mehr als 3 Millionen waren gezwungen ihre Heimat zu verlassen.

 

Das internationale Team wird Kolumbien im Rahmen der "Lebendige Briefe"-Initiative des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) besuchen. Gastgeber ist das ökumenische Netzwerk Kolumbiens.

 

Lebendige Briefe sind kleine ökumenische Teams, die ein Land besuchen, um den Menschen zuzuhören, von ihnen zu lernen, miteinander über Konzepte und Herausforderungen bei der Überwindung von Gewalt und in der Friedensarbeit zu sprechen und gemeinsam für Frieden zu beten.

 

Die Delegation wird Orte im Westen und Nordwesten Kolumbiens besuchen und dort, in den so genannten "humanitären Zonen", Gemeinden zu treffen. Diese "humanitären Zonen" sind klar abgegrenzte Gebiete, in denen die Zivilbevölkerung lebt und zu denen bewaffnete Gruppen jeglicher Couleur keinen Zugang haben sollen. Diese Zonen sollen die Menschen vor Menschenrechtsverletzungen schützen.

 

In Barranquilla wird das Team sich mit Vertreter/innen von Organisationen für Vertriebene und der Presbyterianischen Kirche von Kolumbien treffen. In der Hauptstadt Bogotá stehen Treffen mit zivilgesellschaftlichen Organisationen, UN-Vertretern/innen, Repräsentanten/innen von Bevölkerungsgruppen afrikanischer Abstammung und Mitgliedern indigener Völker auf dem Programm.

 

Die Mitglieder der ökumenischen Delegation sind:

  • Bischof em. Aldo Etchegoyen, Evangelisch-Methodistische Kirche von Argentinien
  • Bischof Solito K. Toquero, Vereinigte Methodistische Kirche, Philippinen
  • Marlon Zakeyo, Advocacy-Büro für Zimbabwe in Genf, Schweiz
  • Pfarrer Jorge Ziljstra, Lateinamerikanischer Rat der Kirchen, Regionalsekretär für die Karibik und Groß-Kolumbien, Puerto Rico

ÖRK-Mitarbeiter:

  • Pfarrer Christopher Ferguson, ÖRK-Vertreter bei den Vereinten Nationen

 

Der internationale ökumenische Solidaritätsbesuch in Kolumbien ist Teil der "Lebendige Briefe"-Initiative. In Vorbereitung auf die Internationale ökumenische Friedenskonvokation 2011 in Jamaica werden bis 2010 im Rahmen der Dekade zur Überwindung von Gewalt weltweit jedes Jahr mehrere "Lebendige Briefe"-Besuche stattfinden.

 

Ökumenisches Netzwerk Kolumbien (auf Spanisch)

 

ÖRK-Mitgliedskirchen in Kolumbien (auf Englisch)

 

Dekade zur Überwindung von Gewalt