10.05.11 14:18 Alter: 300 days

Bartholomaios I.: „Friede ist eine Frage des Wollens“

 

Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I.

In einer Enzyklika, die am Sonntag, dem 22. Mai, weltweit in Gemeinden der Kirche von Konstantinopel verlesen wird, begrüßt der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., „mit großer Freude“ die Initiative des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), vom 17. bis 25. Mai 2011 eine Internationale ökumenische Friedenskonvokation (IöFK) in Kingston (Jamaika) abzuhalten.

 

Der Patriarch bezeichnet die IöFK als „krönenden Abschluss“ der globalen zwischenkirchlichen „Dekade zur Überwindung von Gewalt“. Sie biete die Chance, so der Patriarch, Inspiration und Kraft für die Entwicklung neuer Initiativen und Netzwerke für den Frieden zu geben. Sein Schreiben stellt eine Antwort auf die Einladung des ÖRK an alle Mitgliedskirchen dar, weltweit einen Sonntag für den Frieden zu begehen.

 

An der IöFK werden rund 1000 Personen aus allen Teilen der Welt teilnehmen. Die Konvokation findet unter dem Thema „Ehre sei Gott und Friede auf Erden“ statt. Vier Unterthemen bestimmen die Agenda: Friede in der Gemeinschaft, Frieden mit der Erde, Friede in der Wirtschaft und Friede zwischen den Völkern.

 

„Gerechtigkeit und Frieden sind zentrale Themen in der Heiligen Schrift“, schreibt der Patriarch in seiner Enzyklika und fügt hinzu, „dass Friede letztlich immer im Herzen beginnt“. Doch wahrer Friede schotte sich nicht ab, denn „dieser innere Friede muss in allen Bereichen unseres Lebens und unserer Welt manifest werden“.

 

Die Enzyklika enthält ein Sündenbekenntnis im Namen der heutigen Menschheit: „Viele unserer Friedensanstrengungen sind vergeblich, weil wir nicht bereit sind, alte Gewohnheiten aufzugeben, die auf Verschwendung und Konsum aufbauen. Wir halten fest an verschwenderischer Konsumsucht und hochmütigem Nationalismus. Wenn wir jedoch Frieden stiften wollen, ist es von entscheidender Bedeutung, dass wir die Wirkung unseres Verhaltens und Tuns auf andere Menschen (insbesondere die Armen) und auch auf die Umwelt erkennen. Genau das ist der Grund dafür, dass es keinen Frieden ohne Gerechtigkeit geben kann.“

 

Patriarch Bartholomaios ruft in Erinnerung, dass Friedensstifter von Jesus „selig“ genannt werden (Matthäus 5,9), und fügt hinzu, dass „Friedensstiften eine Frage des persönlichen und institutionellen Wollens“ sei. „Es steht in unserer Macht, unserer Welt entweder weiter Wunden zuzufügen oder aber zur Heilung dieser Wunden beizutragen. Dies ist, einmal mehr, eine Frage des Wollens.“

 

Das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel gehörte 1948 zu den Gründungsmitgliedern des ÖRK.

 

Vollständiger Text der Enzyklika des Ökumenischen Patriarchen

 

Weitere Informationen zum Ökumenischen Patriarchat

 

Website der Friedenskonvokation:

www.gewaltueberwinden.org