Jamaikanische Staatsrepräsentanten begrüßen ökumenische Delegation zu Beginn der Friedenskonvokation

Im Stadtzentrum besuchte die Delegation ein Denkmal zum Gedenken an Kinder, die unter gewalttätigen Umständen getötet wurden.
Hochrangige jamaikanische Politiker/innen begrüßten am Montag eine internationale ökumenische Delegation anlässlich der bevorstehenden Eröffnung der einwöchigen Internationalen ökumenischen Friedenskonvokation (IöFK) in Kingston.
Die Delegation setzte sich aus leitenden Vertretern/innen des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), der Karibischen Kirchenkonferenz (CCC) und des Kirchenrats von Jamaika (JCC) zusammen, die an einer Reihe von Begegnungen mit jamaikanischen Führungspersönlichkeiten teilnahmen.
Pastor Dr. Olav Fykse Tveit, der Generalsekretär des ÖRK, gab dem jamaikanischen Premierminister Bruce Golding einen Einblick in die Geschichte des ÖRK und der IöFK, einer Versammlung von rund1000 Kirchenvertretern/innen und Friedensaktivisten/innen, die sich mit dem Konzept des gerechten Friedens und jüngsten Fortschritten bei friedensstiftenden Praktiken auseinandersetzen werden.
Golding hieß die Gäste herzlich willkommen und gab seiner Hoffnung Ausdruck, die IöFK möge „eine inspirierte und inspirierende Veranstaltung“ werden. Er betonte die zentrale Rolle, die Kirche und Staat heute weltweit bei der ethischen Entwicklung von Gesellschaften spielten, insbesondere in Kontexten – wie in seinem eigenen Land -, die von Verbrechen und Gewalt geprägt seien.
Sir Patrick Allen, der Generalgouverneur von Jamaika, brachte im Namen von Jamaika und der ganzen karibischen Region seine Freude darüber zum Ausdruck, Gastgeber einer so bedeutsamen Veranstaltung sein zu dürfen.
Die Auswahl von Jamaika für die Durchführung der IöFK stelle eine bewusste Anerkennung des Engagements der Region in der Dekade zur Überwindung von Gewalt dar, erklärte der Generalsekretär der CCC, Gerard Granado. Kingston war eine der sieben Städte in der ÖRK-Kampagne „Friede für die Stadt“, die 1997 in Johannesburg (Südafrika) gestartet worden war.
Der Generalgouverneur wies die Delegation darauf hin, dass Kriminalität und Gewalt in Jamaika ganz oben auf der Agenda der Regierung wie auch der Kirche stehen würden. Allen, ein ordinierter Pastor und ehemaliger Leiter der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Jamaika, erinnerte an die „tiefsten Quellen des Friedens, die das Evangelium uns schenkt“ und die Christen und Christinnen weltweit inspirierten, sich auf Friedensgespräche und –prozesse einzulassen. Er bekräftigte, dass „es in Jamaika heute nichts Unrechtes gibt, was nicht durch das, was recht ist, in Ordnung gebracht werden könnte“.
Sein Optimismus bewegte eine der Stellvertretenden Vorsitzenden des ÖRK-Zentralausschusses, Pastorin Dr. Margaretha Hendriks-Ririmasse, die Kirchen aufzurufen, mit Regierungen nach Möglichkeiten der Zusammenarbeit weltweit zu suchen.
„Die Menschen verlieren ihren Glauben an das Christentum. Wir müssen das Interesse der Menschen am Evangelium wach halten, indem wir ihnen zeigen, wie wir in dieser Welt zusammenarbeiten können“, erklärte sie.
Die ökumenische Delegation stattete der parlamentarischen Oppositionsführerin Jamaikas, Portia Simpson-Miller – einer der populärsten Politikerinnen des Landes –, ebenfalls einen Besuch ab und gab ihr einen kurzen Einblick in die Ziele der IöFK.
Simpson-Miller, die als erste Frau Premierministerin Jamaikas wurde, ist auch Mitglied des Council of Women World Leaders. Sie betonte, die Kirchen spielten eine „sehr entscheidende Rolle“ bei der Umwandlung aller Formen von Feindschaft, die ihr Land kenne.
Dazu erklärte Metropolit Prof. Dr. Gennadios von Sassima (Limouris), der zweite Stellvertretende Vorsitzende des ÖRK-Zentralausschusses, eines der Ziele der IöFK sei es, einen konkreten Beitrag zum Kampf Jamaikas für die Überwindung von Gewalt zu leisten.
Gedenken an junge Gewaltopfer
Beim kurzen Besuch eines Denkmals im Stadtzentrum von Kingston zum Gedenken an Kinder, die unter gewalttätigen Umständen getötet wurden, betete ÖRK-Generalsekretär Tveit für die zahllosen jungen Opfer, deren Namen dort seit 2008 eingetragen worden sind.
„Wenn an diese Kinder jeden Tag erinnert wird, sterben in Zukunft vielleicht weniger von ihnen“, sagte Maria Salesmen, eine Vertreterin der Kingston & St. Andrew Corporation und Mitglied des JCC-Vorstands.
Die Delegation besuchte zum Abschluss ihres offiziellen Besuchsprogramms den Obersten Gerichtshof von Jamaika, wo der Vorsitzende Richter Zaila McCalla seine Gedanken zum gerechten Frieden mit ihr teilte.
Im Dialog über den Aufbau von Frieden und das Justizsystem in Jamaika stellte Pfr. Dr. Walter Altmann, der Vorsitzende des ÖRK-Zentralausschusses, einen Vergleich zwischen der Lage in seinem Heimatland, Brasilien, und Jamaika an.
„Wenn das Justizsystem zu langsam ist, bekommt die Gesellschaft zunehmend das Gefühl, dass Straffreiheit herrscht“, merkte er an. „Daher müssen wir alle Initiativen unterstützen, die - ohne die Rechte der Menschen zu verletzen - das Justizsystem schneller machen und daher helfen, wirksamer von Verbrechen und Korruption abzuschrecken.“
Die IöFK wurde am Mittwoch, dem 18. Mai, offiziell eröffnet und endet am 25. Mai.
Fotos der Begegnung, in hoher Auflösung, können kostenlos angefordert werden unter:
http://photos.oikoumene.org



