08.11.10 18:52 Alter: 1 yrs

Christen und Muslime wollen Krisengruppe einrichten

 

Dr Ibrahim Ali Rabu (WICS) und Rev. Dr Olav Fykse Tveit (ÖRK) bei der Pressekonferenz am Ende der christlich-muslimischen Konsultation.

Mit dem „Aufruf zur Einrichtung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe, die einberufen werden kann, sobald eine Krise auszubrechen droht, in der Christen und Muslime in Konflikt miteinander stehen“, endete am Donnerstag in Genf eine internationale Konsultation über muslimisch-christliche Beziehungen.

 

Rund 60 muslimische und christliche Führungspersönlichkeiten und Gelehrte haben an einer viertägigen internationalen Konsultation zum Thema „Gemeinschaften verändern: Christen und Muslime bauen eine gemeinsame Zukunft“ teilgenommen, die im Ökumenischen Zentrum in Genf, in dem das Sekretariat des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) seinen Sitz hat, stattgefunden hat.

 

In einer gemeinsamen Erklärung, die den Medien am 4. November vorgelegt wurde, stellten die Teilnehmenden fest, dass „die Religion häufig für die Entstehung von Konflikten verantwortlich gemacht wird, auch wenn andere Faktoren, wie ungerechte Ressourcenverteilung, Unterdrückung, Besetzung und Ungerechtigkeit, die wirklichen Ursachen des Konflikts sind. Wir müssen Wege finden, wie wir die Religion von dieser Rollenzuweisung ‚befreien’ und sie wieder für ihre Rolle der Konfliktbeilegung und mitfühlenden Gerechtigkeit ‚freimachen’ können.“

 

Die Erklärung verweist auch auf die „Bedeutung einer sachlichen und ausgewogenen Aufklärung über die Religion des ‚Anderen’ auf allen Ebenen“ religiöser Unterweisung und Ausbildung. Die Gruppe empfiehlt, dass die Organisatoren der Konsultation – der ÖRK, die World Islamic Call Society (WICS), das Königliche Aal al-Bayt-Institut und das Konsortium für „Ein gemeinsames Wort“ – ein gemeinsames Projekt in Angriff nehmen sollten, um den Austausch über Erfahrungen „des konstruktiven Zusammenlebens in pluralistischen Gesellschaften“ und bewährte Praktiken beim Aufbau einer „Kultur des Dialogs und der interreligiösen Zusammenarbeit“ zu fördern und sich gemeinsam sozialen und ökologischen Anliegen zu widmen.

 

Mehr Informationen über die Veranstaltung

 

Vollständiger Text der Erklärung (auf Englisch, pdf)

 

Besuchen Sie die Website der Konsultation (auf Englisch)

 

Lesen Sie auch einen Artikel von Ecumenical News International über die Erklärung und die abschließende Pressekonferenz der Konsultation (auf Englisch)