10.02.11 16:53 Alter: 1 yrs

Mit Nadel und Faden vom Frieden erzählen

 

Patchwork-Decke „Friedenstaube“ von Irene MacWilliam, Nordirland, 1987

Vom 16. Februar bis 18. März beherbergt der Ökumenische Rat der Kirchen in seinem Hauptsitz in Genf eine internationale Ausstellung von Textilien, Arpilleras und Patchwork-Decken. Arpilleras sind textile Applikationen aus Lateinamerika, die Szenen aus Land und Kultur des Künstlers/der Künstlerin darstellen.

 

Die Ausstellung bereitet auf die Internationale ökumenische Friedenskonvokation (IöFK) vor, die vom 16. bis 25. Mai 2011 in Kingston (Jamaika) stattfinden wird. Ein speziell in Auftrag gegebenes Kunstwerk der Textilkünstlerin Deborah Stockdale zum Thema „Weg zum Frieden“ wird auf der Ausstellung enthüllt werden. Drei andere Kunstwerke, die zum ersten Mal gezeigt werden, wurden speziell auf Einladung der Kuratorin hergestellt.

 

Kuratorin der Ausstellung ist Roberta Bacic, ehemaliges Mitglied der Wahrheits- und Versöhnungskommission in Chile. Bacic, die heute in Nordirland lebt, ist Pädagogin und nutzt die Kunst, um Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Geschichten zu erzählen und Frieden zu schaffen.

 

In ihrer Einleitung zum Ausstellungskatalog schreibt Bacic, die Sammlung baue auf einer umfassenderen Vision von einer friedlichen Gesellschaft auf. Die Ausstellung, so fügt sie hinzu, „zeigt beispielhaft, dass gewaltlose Aktionen die Möglichkeit bieten, drängende soziale Fragen aufzugreifen“.

 

In seinem Vorwort zum Katalog erklärt der ÖRK-Generalsekretär Pastor Dr. Olav Fykse Tveit: „Mit Stoff und Faden gestalten die Textilkünstler und -künstlerinnen Geschichten, die die biblische Vision vom Widerstand gegen Ungerechtigkeit, vom Engagement für den Frieden und von der Wiederherstellung zerbrochener Beziehungen zum Ausdruck bringen.“

 

Die Ausstellung wird im Mai nach Kingston transferiert, wo sie zentraler Bestandteil der Friedenskonvokation sein wird. Sie soll die Teilnehmenden inspirieren, ihre Geschichten von der Überwindung von Gewalt mit künstlerischen Mitteln zu gestalten oder aber sie zu erzählen und niederzuschreiben.

 

Während der Ausstellung in Genf wird der ÖRK ein weiteres textiles Kunstwerk mit dem Titel „ Gegossenes Blei“ von Heidi  Drahota aus Deutschland ausstellen, das zuvor in Bacics Ausstellung „Der menschliche Preis des Krieges“ im Hafenmuseum in Derry (Nordirland) gezeigt wurde.

 

Bacic wird die Ausstellung offiziell am ersten Tag des ÖRK-Zentralausschusses, am Mittwoch, dem 16. Februar, um 15:30 Uhr, im Beisein des Zentralausschuss-Vorsitzenden Pastor Dr. Walter Altmann und von Generalsekretär Tveit eröffnen.

Musikalisch begleitet wird die Eröffnung der Ausstellung von Tony Kempster, der seit vielen Jahren mit der Bewegung für die Abschaffung des Krieges zusammenarbeitet.

 

Download des Ausstellungskatalogs:

 

Download des Faltblatts zur Ausstellung: