Europa-Fokus 2007

Während dem Regime von Enver Hoxha wurden tausende von Bunkern gebaut. Der Bunker auf der Abbildung - mit einem Kreuz oben drauf - befindet sich in der Nähe von Gjirokaster.

Mach mich zum Werkzeug deines Friedens

Gewalt in Europa überwinden

Franz von Assisi hat uns Friedensstiftung und friedvolles Leben vorgelebt. Das ihm zugeschriebene Friedensgebet ist sehr bekannt und wir können alle von Herzen in die Bitte einstimmen: Mach mich zum Werkzeug deines Friedens. Dieses Gebet wurde von der Lenkungsgruppe als Thema für den Europa-Fokus 2007 der Dekade zur Überwindung von Gewalt (DOV) ausgewählt. Der Lenkungsgruppe gehören junge Erwachsene aus ganz Europa an. Das Thema ruft uns auf, die Gewalt in Europa aktiv und gezielt zu überwinden und uns dabei auf Gottes Macht und Verheißung zu verlassen, nicht auf uns selbst.

Das Leben und jedes menschliche Leben ist ein Geschenk Gottes - ebenso wie der Frieden! Wir sollen uns an diesem Geschenk erfreuen, aber wir müssen auch verantwortlich handeln - als einzelne, als Bürger und als Gemeinschaften. Ob wir  von Menschenrechten, Menschenwürde oder menschlicher Sicherheit sprechen, der unterschiedslose Wert des menschlichen Lebens ist ein Schlüsselbegriff für das Verständnis von gerechtem Frieden. Gott will für seine Schöpfung und für jeden einzelnen Menschen Leben in Fülle. Warum sollten wir weniger wollen? Warum sollten wir nationale oder materielle Sicherheit höher bewerten als menschliche Sicherheit? Warum sollten uns irdische Besitztümer wichtiger sein als die Heiligkeit des Lebens?

Die Lenkungsgruppe identifizierte für den europäischen Kontext sieben wichtige Anliegen. Diese Themen werden bereits von vielen unter uns bearbeitet und werden auch auf der Tagesordnung der Europäischen Ökumenischen Versammlung  stehen, die im September 2007 in Sibiu, Rumänien, stattfinden wird. Eine Erweiterung und Vertiefung der Themen im Rahmen des DOV-Europa-Fokus hängt von den jeweiligen Kontexten ab. Die Überwindung von physischer, psychologischer und sexueller Gewalt sowie Gewalt in Form von Vorenthaltung und Vernachlässigung setzt voraus, dass eine Verbindung zwischen den Problemen hergestellt wird, dass Geschichten erzählt und Vergleiche angestellt werden und dass wir unser Handeln koordinieren. Dies soll durch Generationen wie auch durch ethnische und religiöse Gemeinschaften hindurch geschehen.

Wir müssen Gewalt sehen, benennen und überwinden im Blick auf…

… Menschenhandel - tausende von Menschen, mehrheitlich Frauen und Kinder, werden ausgebeutet

… Jugend - wichtigste Konsumentenzielgruppe der Gewaltindustrie sind Jugendliche      

… Migration - die europäischen Länder stehen vor diesem großen Problem der Globalisierung

… Häusliche und interpersonelle Gewalt - verursachen mehr Todesfälle als bewaffnete Konflikte

… Menschliche Sicherheit - eine gemeinsame Aufgabe über die Grenzen hinaus und jenseits von nationalen Interessen

… Die Umwelt - die unter den Folgen der Gewalt gegen die Erde leidet

… Gewalt in der Kirche - Beschäftigung mit uns selbst

… Eine Theologie des gerechten Friedens - Kirchen auf dem Weg von der Theorie des gerechten Krieges zur Praxis des gerechten Friedens

Die Dekade zur Überwindung von Gewalt (2001-2010) ruft Kirchen, ökumenische Organisationen und alle Menschen guten Willens auf, auf allen Ebenen mit Gemeinschaften, Zivilbewegungen und Angehörigen aller anderen Glaubensrichtungen zur Förderung von Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung zusammenzuarbeiten. www.overcomingviolence.org